HIPOBAT Workshop in Amiens, Frankreich
Amiens und Paris, Frankreich, 18.02.- 19.02.2026
Am 18. und 19. Februar versammelten sich die HIPOBAT-Projektpartner am Laboratoire de Réactivité et de Chimie des Solidesin Amiens,um die Ergebnisse dieses bilateralen Forschungsprojekts zu diskutieren. Die deutsch-französische Forschungskooperation HIPOBAT arbeitet an der Entwicklung von Hochleistungs-Natriumbatterien (Festkörperbatterien), die auf optimierten Elektroden- und Festelektrolytmaterialien, Zellkonzepten und Charakterisierungsprotokollen basieren.
In Amiens lag der Fokus auf der Arbeit von Nachwuchsforschern. Nach der Begrüßungsrede von Xavier Montagne (französisches Ministerium für Hochschulbildung, Forschung und Raumfahrt), Dr. Jan Henning Behrens (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt) und Denis Postel (Präsident der Universität Picardie Jules Verne in Amiens) sowie der Projektkoordinationsübersicht, präsentierten die Nachwuchswissenschaftler ihren Fortschritt in einem Posterwettbewerb. Die hohe Qualität und enorme Vielfalt der Posterbeiträge wurden vom wissenschaftlichen und industriellen Beirat hervorgehoben.

Dr. Anjali Gaur von der Sorbonne-Universität und Kilian Vettori von der Justus-Liebig-Universität Gießen gewannen den ersten HIPOBAT-Posterwettbewerb mit ihren Vorträgen zum Thema “Understanding Structure–Diffusion Interplay in Crystalline vs. Disordered Li/Na Metal (Oxy)halides using Machine Learning Potentials” und “Quantifying Static Capacity Losses in Solid-State Battery Composites via Coulometric Titration Comparison”. Herzlichen Glückwunsch an beide.


Am Abend des 19. Juni lud die deutsche Botschaft in Paris das HIPOBAT-Konsortium zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel “From research to industry – Franco-German perspectives on strengthening European competitiveness in battery technologies” ein. Die Diskussionsrunde bestand aus erstklassigen Rednern, darunter, Dr Corinne Borel (Leiterin der Einheit Forschungs- und Innovationsstrategie im französischen Ministerium für Hochschulbildung, Forschung und Raumfahrt), Benoit Lemaignan (CEO von Verkor), Dr Alexandra-Gwyn Paetz (Leiterin der Einheit Technologische Souveränität und Innovation im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt), Prof Monika Schnitzer (Ko-Vorsitzender des deutsch-französischen Wirtschaftsexpertenrats und Vorsitzender des deutschen Wirtschaftsexpertenrats). Dr Mathieu Morcrette (HIPOBAT Koordinator auf französischer Seite and CTO von TIAMAT) moderierte die lebhafte und anregende Diskussionsrunde.
Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass Batterien eine Schlüsseltechnologie in vielen wichtigen Bereichen wie Mobilität, erneuerbare Energien und Verteidigung sind. Die strategische Natur von Batterien bedeutet, dass ihre Produktion nicht vollständig an nicht-europäische Akteure ausgelagert werden kann, da dies die europäische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit untergraben würde. Der globale Wettbewerb ist hart, aber es ist noch nicht zu spät, ein wettbewerbsfähiges europäisches Batterie-Ökosystem zu etablieren, wenn die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden.

Die Redner hoben die starken wissenschaftlichen Beiträge EU-basierter Forscher im Bereich der Batterien hervor, wie sie auch im laufenden HIPOBAT-Projekt zu sehen sind. Europa hinkt jedoch hinter asiatischen Akteuren hinterher, wenn es darum geht, Ergebnisse der Batteriewissenschaft an die Industrie zu übertragen und die Batterietechnologie hoch zu skalieren. Um diesen Engpass zu überwinden, müssen organisatorische und rechtliche Hürden beseitigt werden, damit die Zusammenarbeit effektiv sein kann. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass ein europäisches Batterie-Ökosystem notwendig ist und dass die Sicherung der Materiallieferketten eine entscheidende Herausforderung ist, die die Zusammenarbeit zwischen industriellen Akteuren fördert. Die Podiumsteilnehmer gingen auch auf die Bedeutung von Innovation in Bereichen ein, die an die Batterieproduktion angrenzen, wie KI und Robotik.
Dieser anregende Austausch machte deutlich, dass sowohl Frankreich als auch Deutschland sich verpflichtet sehen eine europäische Batterieindustrie zu fördern, indem sie organisatorische Prozesse optimieren und wissenschaftliche sowie industrielle Kooperationen in naher Zukunft intensivieren. HIPOBAT ebnet den Weg in diese Richtung.
Wir freuen uns bereits auf den nächsten HIPOBAT-Workshop, der in Münster, Deutschland, stattfinden wird.

